Knapp jeder zehnte Fahrraddiebstahl wird aufgeklärt

Polizei und Versicherer zählen 2025 weniger gestohlene Räder, der Durchschnittsschaden steigt auf 1.270 Euro. Nur knapp jeder zehnte Fall wird aufgeklärt.

9,8 %der Fahrraddiebstähle 2025 aufgeklärt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Polizei erfasste 2025 bundesweit 214.264 Fahrraddiebstähle, rund 13 Prozent weniger als 2024; die Aufklärungsquote lag bei 9,8 Prozent.
  • Versicherte Räder: Laut GDV wurden 2025 rund 115.000 gestohlen (2024: 135.000), die Hausratversicherer zahlten wie im Vorjahr rund 150 Millionen Euro.
  • Der durchschnittliche Schaden je gestohlenem Rad erreichte mit 1.270 Euro einen Höchststand; der GDV nennt vor allem hochwertige Räder und E-Bikes als Kostentreiber.
Inhalt
  1. Zwei Statistiken, zwei Grundgesamtheiten
  2. Die Fälle sinken, die Aufklärung bewegt sich kaum
  3. Was Versicherer leisten
  4. Wo gestohlen wird
  5. Was der GDV zum Schutz empfiehlt

Die Polizei hat 2025 in Deutschland 214.264 Fahrraddiebstähle erfasst, rund 13 Prozent weniger als 2024. Aufgeklärt wurden davon 9,8 Prozent. Laut dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) wurden 2025 rund 115.000 versicherte Räder gestohlen. Die Hausratversicherer zahlten dafür rund 150 Millionen Euro, während der Durchschnittsschaden mit 1.270 Euro einen Höchststand erreichte, so seine Bilanz vom 12.05.2026.

Zwei Statistiken, zwei Grundgesamtheiten#

Die Zahlen von Polizei und Versicherern sind nicht dasselbe. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zählt nach Darstellung des GDV auch unversicherte Diebstähle von Rädern und E-Bikes. Der GDV dagegen zählt nur Diebstähle, die den Versicherern gemeldet wurden; 2025 waren das 115.000 gegenüber 135.000 im Vorjahr. Da viele Diebstähle nicht angezeigt werden, dürfte die Dunkelziffer nach Einschätzung des GDV weitaus höher liegen. E-Bikes weisen die hier ausgewerteten Tabellen nicht gesondert aus. Wie sich die Fälle auf die Länder verteilen, zeigt die Karte zum Fahrraddiebstahl.

Die Fälle sinken, die Aufklärung bewegt sich kaum#

Aus der PKS-Zeitreihe des BKA für „Diebstahl insgesamt von Fahrrädern“ ergibt sich ein klares Bild:

Jahr Erfasste Fälle Aufklärungsquote
2015 335.174 9,1 %
2020 260.956 9,8 %
2024 245.868 9,7 %
2025 214.264 9,8 %

Quelle: BKA, PKS 2025, Tabelle T01 (Zeitreihe Bund), ausgewählte Jahre. Die Aufklärungsquote ist der Anteil der Fälle, die die Polizei als geklärt erfasst hat.

Die Zahl der erfassten Fälle liegt 2025 rechnerisch rund 36 Prozent unter der von 2015, die Aufklärungsquote lag von 2016 bis 2025 zwischen 8,8 und 9,9 Prozent. Warum die Fälle sinken, sagen die Quellen nicht; die PKS zählt angezeigte Taten, keine Ursachen. Den Anstieg der Schäden führt der GDV auf die Beute zurück: Diebe haben es nach seiner Darstellung vor allem auf Rennräder, E-Bikes und Mountainbikes der höheren Preisklasse abgesehen, die sich gut weiterverkaufen lassen. Wie sich die Preisempfehlungen der Modelle in der Modelldatenbank verteilen, zeigt der Marktbericht. Der Schadendurchschnitt hat sich seit 2005 mehr als verdreifacht.

Was Versicherer leisten#

Die Hausratversicherung deckt Fahrräder grundsätzlich bei Einbruchdiebstahl; gegen einfachen Diebstahl unterwegs ist nach GDV häufig die Fahrradklausel nötig. Ersetzt wird laut GDV der Wiederbeschaffungswert, begrenzt meist auf einen Prozentsatz der Versicherungssumme. Was Hausrat, Fahrradklausel und eigene Fahrradversicherung im Einzelnen leisten, ordnet der Überblick zur E-Bike-Versicherung ein; vor dem Kauf eines teuren Rads lohnt der Blick in den eigenen Vertrag, wie ihn auch die Kriterien zum E-Bike-Kauf nennen.

Wo gestohlen wird#

Regional weist der GDV ältere Polizeizahlen aus, die absoluten Werte stammen aus 2022. Gemessen an der Einwohnerzahl liegen Göttingen, Münster und Magdeburg vorn, Berlin landet auf Platz 15, stellt aber in absoluten Zahlen die meisten Fälle: 2022 waren es dort mehr als 28.800.

Was der GDV zum Schutz empfiehlt#

Der Verband nennt fünf Hinweise: hochwertige Bügel- oder Kettenschlösser, Anschließen an feste Gegenstände, gut sichtbare und beleuchtete Abstellorte, Aufbewahren von Rahmennummer, Kaufbeleg und Fotos sowie regelmäßiges Prüfen des Versicherungsschutzes bei teuren Rädern. Als Faustregel nennt er für das Schloss fünf bis zehn Prozent des Fahrradpreises. In einigen Städten gibt es Codierungen oder Registrierungen; sie können nach GDV helfen, gestohlene Räder nach einem Diebstahl leichter zu identifizieren. Eine Unstimmigkeit in den GDV-Angaben: Die Medieninformation nennt für 2024 rund 135.000 gestohlene versicherte Räder, die Statistikseite des Verbands 115.000 für 2025 und „rund 15.000 weniger“ als 2024; dieser Artikel folgt der Medieninformation.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen begründet den Hinweis auf den Versicherungsschutz so: Viele Räder seien heute „deutlich teurer als noch vor wenigen Jahren“.

Quellen und Datenstand (4)

Datenstand

  • GDV, Medieninformation und Statistik „Fahrraddiebstahl“ (12.05.2026); BKA, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Tabelle T01 Zeitreihe Bund (V1.1 vom 08.04.2026); eigene Berechnungen, Stand 12. Mai 2026, Lizenz Einzelzahlen mit Quellenangabe (GDV, BKA); Berechnungen der Redaktion

Mehr zum Thema