Fahrrad codieren: Was Codierung und Fahrradpass bringen

Codierung und Fahrradpass helfen, ein gefundenes Rad dem Eigentümer zuzuordnen. Was der ADFC codiert, was in den Pass gehört und was beides nicht leistet.

Rahmenrohr eines grünen Fahrrads mit aufgeklebtem blauen ADFC-Codieraufkleber „Rad ist codiert“ und Codenummer vor weißer Backsteinwand
Codierung am Sattelrohr: Der ADFC Braunschweig prägt den Code in den Rahmen oder klebt bei Carbonrahmen eine Folie.ADFC Braunschweig / Gerhard Joermann

214.264gestohlene Fahrräder 2025 (Polizei)

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Fahrradpass mit Rahmennummer, Codierung, Name, Anschrift und Foto hilft laut Polizeilicher Kriminalprävention, ein gestohlenes Rad zweifelsfrei zu identifizieren.
  • Der ADFC Braunschweig prägt einen verschlüsselten Code mit Adresse und Initialen in den Rahmen, bei Carbon klebt er eine Folie; nach Verbandsangabe erhöht das die Chance, ein gestohlenes Rad zurückzubekommen.
  • Codierung ersetzt kein Schloss: Die Polizei rät zu geprüften Bügel- oder Panzerkabelschlössern und zum Anschließen an einen festen Gegenstand.
Inhalt
  1. Was ein Code im Rahmen leistet
  2. So läuft eine Codierung ab
  3. Was in den Fahrradpass gehört
  4. Was bei einem E-Bike dazukommt
  5. Grenzen der Codierung

Wie hilft eine Codierung, ein gestohlenes Fahrrad zurückzubekommen? Sie bringt einen verschlüsselten Hinweis auf den Eigentümer in den Rahmen. Zusammen mit einem Fahrradpass, in dem Rahmennummer, Codierung und ein Foto stehen, lässt sich ein aufgefundenes Rad leichter zuordnen. Ein Schloss ersetzt beides nicht: Die Polizei zählte 2025 214.264 gestohlene Fahrräder.

Was ein Code im Rahmen leistet#

Der ADFC Braunschweig beschreibt die Codierung als „kleines Plus“ beim Diebstahlschutz. Er verwendet den EIN-Code, der in verschlüsselter Form die Adresse und die Initialen der Eigentümerin oder des Eigentümers enthält. Nach Darstellung des Verbands schreckt ein codiertes Rad Diebe eher ab; wird es trotzdem entwendet, steigen die Aussichten auf eine Rückgabe. Das ist eine Einschätzung des Verbands, keine Zahl: Wie oft codierte Räder tatsächlich wieder bei den Besitzern ankommen, nennen die hier ausgewerteten Quellen nicht.

Technisch gibt es zwei Wege. Der Code wird mit einem Nadelmarkierer in den Rahmen geprägt. Wo das nicht geht, etwa bei Carbonrahmen, druckt der Verband ihn auf eine Folie und klebt diese auf den Rahmen. Ob eine Folie dasselbe leistet wie eine Prägung, sagt der Verband nicht. Die Polizei gibt zudem einen Aufkleber heraus, der Diebe mit dem Satz „Finger weg! Mein Rad ist codiert!“ abschrecken soll.

So läuft eine Codierung ab#

Die Angaben des ADFC Braunschweig zeigen beispielhaft, was dich erwartet; andere Ortsverbände und Anbieter können abweichen. Üblich sind dort Termine von Mai bis Oktober, jeweils am ersten Freitag eines Monats, ergänzt um einzelne Aktionstage. Für 2026 ist die Saison vorbei; die Termine 2027 kündigt der Verband für Ende Februar an. Außer bei Sonderaktionen ist eine Anmeldung nötig, Anmeldeschluss ist zwei Tage vor dem Termin.

Mitbringen musst du das Fahrrad, den Personalausweis oder Reisepass und einen Eigentumsnachweis, also Kaufbeleg oder Rechnung. ADFC-Mitglieder zahlen dort 5 Euro je Fahrrad, andere 10 Euro; Neumitglieder codieren kostenlos. Die Nachfrage ist laut Verband gestiegen, weshalb das Codier-Team Verstärkung sucht.

Was in den Fahrradpass gehört#

Der Fahrradpass ist ein Formular der Polizeilichen Kriminalprävention. Er soll gestohlene Räder zweifelsfrei identifizieren, den Täter überführen und den rechtmäßigen Eigentümer ausfindig machen. Eingetragen werden Rahmennummer und Codierung sowie Name und Anschrift des Besitzers, dazu gehört ein Foto des Fahrrads. Der ausgefüllte Pass sollte sicher aufbewahrt werden.

Den Pass gibt es gedruckt im Faltblatt „Räder richtig sichern“, kostenlos bei der nächsten Polizeilichen Beratungsstelle. Die früher angebotene Fahrradpass-App für iPhones und Android-Smartphones wurde eingestellt und ist nicht mehr abrufbar; eine Aktualisierung ist laut Polizei derzeit nicht vorgesehen. Wer die App einmal genutzt hat, sollte seine Angaben also auf Papier oder in einer eigenen Datei sichern.

Was bei einem E-Bike dazukommt#

Die Rahmennummer, das Foto und der Code gelten für jedes Rad. Bei einem Pedelec lohnt es sich, im Pass zusätzlich die Modellbezeichnung festzuhalten; wie das eigene Modell heißt und welche Ausstattung es hat, zeigt oft das Datenblatt, zum Beispiel in den Pedelec-Datenblättern der Modelldatenbank. Für Elektroräder empfiehlt die Polizei außerdem GPS-Tracker, die den Standort aufs Handy melden und Alarm schlagen, wenn das Rad bewegt wird oder einen festgelegten Bereich verlässt. Zugleich warnt sie davor, sich allein auf die Suche nach dem Rad zu machen; sie rät, die Polizei einzuschalten.

Grenzen der Codierung#

Codierung und Pass sind eine Spur, kein Schloss. Für den eigentlichen Schutz nennt die Polizei stabile Bügel- oder Panzerkabelschlösser aus durchgehärtetem Stahl mit massivem Schließsystem. Der Verband der Schadenversicherer (VdS) prüft Zweiradschlösser und ordnet die für Fahrräder der Klasse A zu. Wichtig ist, das Rad immer anzuschließen, damit es nicht weggetragen werden kann. Tatorte sind laut Polizei oft große Abstellplätze an Bahnhöfen, Schulen, Bädern und Sportstätten.

Wie viele Fälle die Polizei aufklärt und wie sich die Zahlen entwickeln, steht im Datenstück zum Fahrraddiebstahl 2025, die regionale Verteilung in der Karte zum Fahrraddiebstahl. Welche Rolle Rahmennummer, Kaufbeleg und Fotos bei der Versicherung spielen, erklärt der Überblick zur E-Bike-Versicherung.

Offen bleibt, wann du die nächste Gelegenheit hast: Der ADFC Braunschweig kündigt die Termine für 2027 für Ende Februar an, bis dahin hilft der Pass, der sich ohne Termin ausfüllen lässt.

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