E-Bike mit Riemen: Wo der Zahnriemen statt der Kette läuft

264 von 1.662 E-Bikes der Datenbank haben einen Riemenantrieb. In welchen Kategorien er steckt, womit er schaltet und was Gewicht und UVP zeigen.

Illustration: Zahnriemen läuft vom vorderen Zahnrad zu einer geschlossenen Hinterradnabe an einem vereinfachten Fahrradrahmen
Riemen statt Kette: an E-Bikes der Datenbank fast nur mit Nabe oder Getriebe.KI-Illustration

24 von 38S-Pedelecs mit Riemen laut Datenblatt

Das Wichtigste in Kürze

  • 264 der 1.662 Modelle in der Datenbank haben laut Datenblatt einen Riemenantrieb, 635 eine Kette; bei 763 Modellen nennt die Quelle den Endantrieb nicht.
  • Der Riemen steckt fast nur in Trekking-, Stadt-, Lasten- und Kompakträdern (262 von 264); bei den Mountainbikes sind es 2 von 534.
  • Kein Riemen-Modell hat eine Kettenschaltung: 99 schalten mit gestufter Nabe, 74 mit stufenloser Nabe, 46 mit Getriebe, 12 automatisch.
  • Bei Trekkingrädern liegt der Median der UVP mit Riemen bei 5.799 Euro, mit Kette laut Datenblatt bei 3.999 Euro.
Inhalt
  1. Fast nur im Alltagsrad
  2. Ohne Kettenschaltung, meist mit Bosch-Motor
  3. Gewicht und UVP im Vergleich mit der Kette
  4. Was die Daten nicht sagen

Wer ein E-Bike ohne Kette sucht, sucht in einer kleinen Ecke des Markts. 264 der 1.662 Modelle in der Modelldatenbank haben laut Datenblatt einen Riemenantrieb, 635 eine Kette. Bei 763 Modellen sagt die Quelle nichts zum Endantrieb. Das Datenstück zeigt, in welchen Rädern der Zahnriemen steckt, womit er kombiniert ist und wie sich Gewicht und UVP von vergleichbaren Rädern mit Kette unterscheiden.

Fast nur im Alltagsrad#

Kategorie Modelle mit Angabe zum Endantrieb davon Riemen
Trekking 640 340 107
Stadt 304 180 106
Lastenrad 87 67 33
Kompakt und Falt 37 27 16
Mountainbike 534 267 2
Sport 60 18 0

Quelle: Modelldatenbank, Datenstand 30.09. und 01.10.2026; „mit Angabe“ = das Datenblatt nennt Riemen oder Kette.

262 der 264 Riemen-Modelle sind Trekking-, Stadt-, Lasten- oder Kompakträder. Bei den Stadt-E-Bikes nennen 106 von 180 Modellen mit Angabe einen Riemen, bei den Trekkingrädern 107 von 340. Im Gelände spielt er kaum eine Rolle: Von 534 Mountainbikes haben 2 einen Riemen. Unter den E-Lastenrädern sind es 33.

Auffällig sind die schnellen Räder. Von den S-Pedelecs in der Datenbank fahren 24 von 38 laut Datenblatt mit Riemen, bei 32 nennt die Quelle den Endantrieb. Das ist ein höherer Anteil als in jeder Radkategorie.

Ohne Kettenschaltung, meist mit Bosch-Motor#

Der Riemen kommt in der Datenbank nie zusammen mit einer Kettenschaltung vor. 99 Riemen-Modelle schalten mit einer gestuften Nabe, 74 mit einer stufenlosen, 46 mit einem Getriebe und 12 automatisch; bei 33 fehlt die Angabe zur Schaltung. Pinion beschreibt seine Getriebe-Räder ausdrücklich so: „Entweder mit Riemen oder Kettenantrieb“, die Schaltung sitzt im Getriebe. Wie Nabe, Getriebe und Kette sich über alle Räder verteilen, zeigt das Datenstück Kette oder Nabenschaltung.

Beim Motor ist das Bild eindeutig. 226 der 264 Riemen-Modelle haben einen Bosch-Antrieb, 21 einen Pinion-Antrieb, 10 einen Giant-Motor, 4 einen von Stromer und 3 einen von Shimano. Von den 45 Pinion-Modellen der Datenbank haben 21 laut Datenblatt einen Riemen.

Auch die Herstellerliste ist kurz. 18 der 47 Hersteller führen mindestens ein Riemen-Modell. Nach Zahl der Modelle stehen Riese & Müller mit 88 vorn, dann Trek mit 22, Gazelle mit 19 und Cannondale mit 18. Bei Riese & Müller haben 88 der 122 erfassten Modelle einen Riemen, das ist ein Drittel aller Riemen-Räder der Datenbank.

Gewicht und UVP im Vergleich mit der Kette#

Verglichen wird innerhalb derselben Kategorie, und nur mit Rädern, deren Datenblatt ausdrücklich eine Kette nennt:

Kategorie Endantrieb Modelle Gewicht, Median (n) UVP, Median (n)
Trekking Riemen 107 30,1 kg (91) 5.799 € (99)
Trekking Kette 233 28,11 kg (177) 3.999 € (220)
Stadt Riemen 106 27,7 kg (71) 3.999 € (102)
Stadt Kette 74 26,1 kg (57) 3.399 € (65)
Lastenrad Riemen 33 37,15 kg (32) 7.224 € (32)
Lastenrad Kette 34 35,5 kg (25) 5.299 € (33)

Quelle: Modelldatenbank, Datenstand 30.09. und 01.10.2026; n = Modelle mit Angabe. Gewicht und UVP laut Datenblatt von Hersteller oder Handel; Händlerpreise können abweichen.

In allen drei Kategorien liegen die Riemen-Räder im Median schwerer und teurer. In Euro ist der Abstand bei Lastenrädern am größten, 7.224 gegenüber 5.299 Euro UVP; im Verhältnis bei Trekkingrädern, 5.799 gegenüber 3.999 Euro. Den Preis eines Riemens zeigt das nicht. Riemen-Räder haben fast immer eine Nabe oder ein Getriebe, und Trekkingräder mit stufenloser Nabe oder Getriebe liegen schon für sich deutlich über denen mit Kettenschaltung, mit 5.489 und 7.749 Euro UVP im Median. Dazu kommt, dass ein Hersteller allein ein Drittel der Riemen-Modelle stellt; seine Preise prägen den Median mit.

Was die Daten nicht sagen#

Bei fast der Hälfte der Modelle fehlt die Angabe zum Endantrieb, bei den Mountainbikes bei 267 von 534. Die Anteile oben beziehen sich deshalb auf Modelle mit Angabe. Zu Haltbarkeit, Wartung oder Geräusch des Riemens enthält die Datenbank nichts; solche Eigenschaften lassen sich aus Datenblättern nicht vergleichen. Wer ein bestimmtes Rad im Blick hat, findet die Zeile „Riemen“ auf der Modellseite, die Methodik erklärt, woher sie stammt. Offen bleibt, ob die 763 Modelle ohne Angabe das Bild verschieben: Fehlt die Angabe vor allem bei Rädern mit Kette, wäre der Riemen noch seltener, als die Tabelle zeigt.

Quellen und Datenstand (2)

Datenstand

  • Modelldatenbank Pedelec Kompass (Datenblätter von Hersteller und Handel, abgerufen 30.09. und 01.10.2026, 1.662 Modelle von 47 Herstellern); Website von Pinion (abgerufen 09.10.2026); eigene Auswertung, Stand 1. Oktober 2026, Lizenz Eigene Auswertung von Einzelfakten aus Datenblättern von Hersteller und Handel, keine Übernahme von Datenblättern; Herstellerangaben als Einzelangaben mit Quellenangabe

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